Via in Colonia

Ihr könnt es euch nicht vorstellen - ich als kleine Italienerin, zugereist nach Düren-Kreuzau und dann nach Köln-Brück. Was muss ich in meinem jungen Leben eigentlich noch alles ertragen?

OK, Ute und Uwe wohnen zwar am Rand von Köln, genauer gesagt in Brück und eigentlich ist es ganz schön hier, aber was bitte haben diese Riesenmetallkisten in Rot mit den vielen Rädern und den eingesperrten Menschen zu bedeuten? Warum sind die da alle eingesperrt?

 

Und dann auch noch so viele Flugvögel in der Luft, kaum vorstellbar, dass ich mit sowas mal geflogen bin. Dann gibt es noch so ein lautes Ding, das sieht aus wie eine grosse Libelle, nur mit Flügeln oben auf dem Körper. Ute und Uwe scheinen das Ding zu kennen, denn sie sagen immer "da ist Christopher".

 

Glaubt mir, ich war die ersten Tage total aufgeregt und verunsichert. Wieso muss ich jetzt alleine ohne meine Hundekumpels schlafen. Was sind das für kleine Menschen die so laut rumschreien und kreischen?

 

Warum bitte, gibt es vor der komischen Glastür nun keine Wiese mehr sondern nur noch einen weiteren Raum, allerdings ohne Fenster und ganz weit oben.

 

Nee, ich sag euch, das war nicht einfach. Woher bitte soll ich denn wissen, dass ich mich melden muss, wenn ich Pipi machen muss? Woher soll ich wissen, dass die Schuhe nicht zum rumkauen, die Wand nicht zum anknabbern da ist? Und warum bitte werde ich nun alle zwei Stunden nach draußen verschleppt - auch wenn ich garnicht muß? Naja, ich hoffe nur, Mom und Paps wissen was sie da tun. 

Aber ich bin mal guter Hoffnung, die anderen Hundekumpels haben mit erzählt, dass der Max ein ganz toller Hund war. Früher soll er ein Problem mit dem Jagen gehabt haben - ach nein, das ist nicht richtig, Max hatte nicht das Problem, sondern Mom und Paps. Aber ansonsten war er wohl so eine Art "Überhund" - hat nichts kaputt gemacht - ist brav mal alleine zu Hause geblieben und hat nicht gebellt.

 

Mal sehen ob ich das alles auch hin bekomme - dürfte ja nicht so schwer sein, allerdings werde ich wohl noch was Zeit brauchen, denn was die beiden nicht wissen - ich habe einen unwahrscheinlichen Sturkopf :-) Ich glaube, dass ist der Dackel in mir ...

 

 

 

Neugierig
Neugierig
Sunbath
Sunbath

Leute, ich hatte vielleicht eine Panik. Da habe ich mich gerade hier in Köln eingewöhnt und schon geht es wieder ab. Naja, eingewöhnt ist nicht das richtige Wort, ich meine halt in der Wohnung - nicht draußen, da bekomme ich immer noch meine Angstattacken.

 

Samstagsmorgen also um 06:30 Uhr werde ich ins Auto verfrachtet. Paps hinten neben mir und Mom sitzt an dem komischen Rad vorne. Dann sind wir losgefahren. Und gefahren ... und gefahren ... an heh, das ist ja Düren, vorbei und weiter, immer Richtung Westen. Dann kam nochmal eine grosse Stadt und eine Strecke, au weia, ich dachte ich verliere gleich meine Milchzähne so hat das geschüttelt.

 

Irgendwann so nach gefühlten 20 Stunden (es waren 3, Anm. der Red.) waren wir dann irgendwo, wo es ganz anders roch als bei uns zu Hause. Feuchter, salziger .... die Wiesen sind ganz saftig grün, der Himmel ein bisschen blauer und die Luft riecht frischer. Wir waren in Holland. Genauer gesagt in Nieuwvliet wo meine Ersatzeltern wohl ein kleines "Irgendwas" haben. Sie sagen es ist ein feststehendes Mobilheim, für mich sieht es aus wie eine Riesenhundehütte mit eigenem Spielplatz (Heh! Fiona,

das ist unser sorgsam gepflegter und gehegter Garten)

Jedenfalls habe ich mich sofort da wohlgefühlt - es war nicht so laut wie zu Hause und Ute und Uwe haben auch gleich viel entspannter aus der Wäsche geschaut (mal sehen ob ich das nicht ändern kann :-)

 

Was ich ja total nett fand, waren die ganzen grossen Blumenkübel, dekoriert mit Treibholz und Muscheln - extra für mich! Ich verstehe nur nicht, warum Mom immer so ein hysterischen Kreischen angefangen hat, als ich die Töpfe umdekorieren wollte. 

 

Und komisch war es auch als ich dieses langgezogene "Fiiiiiiooooonaaaa!" hörte, als ich versucht habe, auf dem Rand des Miniteiches langzubalancieren und beinahe ins Wasser gefallen wäre. Seid doch mal ehrlich - mit meinem Figürchen könnte ich doch wirklich Primaballerina werden, oder?

 

 

Campingleben

September 2011

 

Letztes Wochenende waren wir mal wieder an diesem Riiiesensandhaufen. Und ihr glaubt es nicht, ich habe jetzt schon schwimmen gelernt. OK, anders als die anderen Kinder, die hatten alle so komische bunte Teile um die Arme, aber ich habe das ganz alleine geschafft. Naja, auch nicht so ganz, denn erst habe ich mich nicht getraut. Aber Ute und Uwe haben mich glaube ich ein bisschen veralbert. Erst laufen sie ganz entspannt den Strand lang und auf einmal - biegen die links ab und einfach ins Wasser rein. Ich bin mir nicht so sicher ob sie gemerkt haben, dass ich

dort nicht mehr laufen konnte (haben sie gemerkt, a.d.R. :-)). Auf einmal ging das Wasser so nach oben (nennt sich Welle, war aber eine kleine) und ich musste paddeln, das war ganz schön aufregend. Aber intelligent wie ich nunmal bin habe ich auch das ganz toll gemeistert. nach ein paar Minuten hat es sogar richtig Spaß gemacht. Noch besser war es, das ich mich danach so richtig supertoll im Sand wälzen konnte. Ute sah garnicht soooo glücklich aus, sie hat was von nicht mitgenommenen Handtüchern gemurmelt und das ich aussehe wie ein Schnitzel ... aber was ist ein Schnitzel - naja muss was gutes sein, denn Ute hat mich glaube ich ganz doll lieb.

 

 

So langsam habe ich mich nun doch in der Grossstadt eingelebt. Manchmal finde ich es zwar immer noch extrem laut und wenn es dunkel ist, mag ich Geräusche immer noch nicht. Dann bekomme ich immer noch leichte Panikattacken und möchte am liebsten sofort wieder rein.

 

Aber es wird besser. Mir persönlich wäre es ja am liebsten, wenn wir alle immer in diesem kleinen Häuschen mit Garten sein könnten. Da wo so viel Sand und Wasser ist (sie meint unser Mobilheim in Nieuwvliet) allerdings haben Ute und Uwe gesagt, dass das leider noch nicht geht, die beiden müssen nämlich noch für mein Fresschen sorgen. Nun ja, ich gebe es ja zu, ich bin schon etwas anspruchsvoll, ich mag kein Trocken- oder Nassfutter, keine Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse, kein Obst. Am liebsten Fleisch, roh, gekocht oder gebraten - aber bitte jeden Tag anders ... (Ja, sie treibt mich an den Rand der Verzweiflung, Anm. d. R.)