Hallo ihr Lieben,

 

geht es euch auch so? Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich liege Ute schon seit Wochen und Monaten in den Ohren (ich glaube die hört auch manchmal schlecht), das wir uuuunbedingt mal wieder was an der Website machen müssen. Ich bin doch jetzt schon so erwachsen geworden, habe längst nicht mehr soviel Blödsinn im Kopf und kann mittlerweile auch super alleine bleiben ohne Schuhe und Wände anzuknabbern.

 

Aber lasst mich mal ganz von vorne beginnen. Silvester waren wir bei Freunden von Ute und Uwe. Irgendwie hatte ich so ein komisches Gefühl, die beiden haben mich immer so prüfend angeschaut. Wir sind auch wohl extra wieder in Richtung Westen, an das grosse Wasser gefahren. Die beiden haben gesagt, es wäre mein erstes Silvester und besser wäre es usw. Habe ich irgendwie nicht so ganz verstanden. Und dann, so kurz vor Mitternacht ging es los, Gezische und Geknalle, ich habe mich so erschrocken. Aber ich habe gehört, dort wo wir waren, soll es längst nicht so schlimm sein, wie bei uns zu Hause. Aber ehrlich, zuerst hätte ich mich am liebsten in den Backofen verkrochen. Da war die Tür aber leider zu.

Ich habe mich dann an meinem Kumpel orientiert, das ist der Schnuffi von unseren Freunden, aber der ist schon ein wenig älter. Als er einfach weitergeschlafen hat, dachte ich mir, so schlimm kann es nicht sein und bin so langsam wieder ruhig geworden.

 

Am 30 Januar war es soweit, ich bekam eine Rindfleischtorte mit einem Leckerli für mich ganz alleine. Wisst ihr, ich bin nämlich ein Jahr alt geworden. Das war schön, neues Spielzeug, Leckerlies und alles nur für mich.

 

Im Februar war ich dann eine ganz Zeit lang krank, aber das musste wohl sein, weil wir in meinem Adoptionsvertrag unterschrieben haben, das ich "kastriert" werden muss. Das habe ich nicht so ganz verstanden, aber es heisst wohl, das ich keine Welpen bekommen soll, weil so viel andere Hunde auf der Welt kein Zuhause haben und in Not und Elend leben. Und Ute und Uwe haben gesagt, es wäre besser, einen Hund, der kein Zuhause hat, zu adoptieren wie noch mehr heimatlose Welpen in die Welt zu setzen. Also toll fand ich das nicht, vor allen Dingen mit diesem "Ganzkörperkondom" was ich tragen musste. Vom Arzt hatte ich einen total schicken, weissen Body bekommen aber die Narbe hat so gejuckt. Da habe ich den Body natürlich zur Seite geschoben und mich gekratzt. Und dann dieser blöde Kragen. Ich habe Ute und Uwe so lange mit meinem Gejammer und Gejaule genervt, bis sie mir den Kragen ausgezogen haben und ein altes T-Shirt von Uwe umgeändert wurde, damit ich nicht mehr an die Narbe kann. Aber 10 Tage später war auch das alles vergessen und ich kann nun ungehindert und immer mit meinen Hundekumpels rumtoben.

 

Anfang März war Ute plötzlich ein paar Tage weg. Uwe hat gesagt, sie ist mit einem grossen Flugvogel unterwegs um Hunde wie mich aus Sardinien zu holen, damit sie hier zu ihren neuen Familien können. Eigentlich wollte sie ja dieses Jahr noch ein paar Mal fliegen, aber dann waren da wohl so verschiedene Sachen, das es doch nicht mehr geklappt hat. Meine Mom war ganz traurig darüber.

 

Im Mai waren wir dann wieder am grossen Meer, in Nieuwvliet. Leute, ich sag euch, es gefällt mir immer besser da. So viel Sand und ich habe auch tolle neue Hundefreunde kennengelernt, sie wohnen sogar bei uns auf dem Campingplatz. Aber was ich total nicht verstehe, mein Hundekumpel dort ist ein weisser Schäferhund und die anderen Menschen am Strand gehen ihm immer aus dem Weg. Dabei ist er so toll und man richtig schön mit ihm spielen, er hat mir noch nie in irgendeiner Art weg getan. Ach, Menschen sind manchmal komisch, nur weil man nicht der Norm entsprechend aussieht oder weil sie irgendwelche Horrorgeschichten gehört haben, werden Lebewesen diskriminiert, das gibt es bei uns Hunden nicht.

 

Im August und September war ich gaaaaanz lange in Holland, mit Uwe zusammen. Meine Mom war auch zwei Wochen da, dann musste sie wieder arbeiten, aber wir konnten 4 Wochen bleiben. Das war toll. Ich habe mich auch schon gebessert, nur noch in Extremfällen renne ich zum Gartentor und versuche, unser Grundstück und meine Menschen zu schützen.Ich habe auch viele neue Sachen gelernt - z.B. wie helfe ich Ute, die Löcher für ihre Blumen zu buddeln. Wie mache ich mich bemerkbar, wenn ich mich unter den Caravan geschlichen habe und komme nicht mehr raus. Was muss ich tun, wenn ich am Teich trinken will und dabei einen großen Blumentopf umschmeisse (rennen, AdR ;-)). Wie verhalte ich mich, wenn das Gartentörchen eine Sekunde offen war und alle nach mir suchen .... Ja, ich habe schon viele Sachen gelernt, aber Ute und Uwe auch. Sie haben nun eine eigene Ecke auf der Couch für mich zurecht gemacht. Ich hatte einfach die größere Geduld und habe sie zermürbt. Ich verstehe ja, das es wichtig ist, beim Spazierengehen gut zu hören und auf Rückruf direkt zu kommen. Aber zu Hause? Zu Hause ist doch zu Hause und dort soll man sich doch wohlfühlen.

 

Ach, fast hätte ich es vergessen, ich habe dieses Frühjahr sogar Radfahren gelernt, naja, natürlich sitze ich nicht drauf, ich kann aber ganz toll nebenher laufen. Ute und Uwe haben da so eine Kontruktion am Rad, so eine Art Bügel, damit ich immer im richten Abstand laufe und nicht unter das Fahrrad kommen kann. Sobald wir dann aber auf dem Feldweg sind werde ich losgemacht und dann kann ich rennen! Das ist toll, weil ohne Fahrrad sind die beiden ja ein bisschen langsam manchmal.

 

Aber nun will ich euch nicht lange volllabern, das wichtigste was bis jetzt in diesem Jahr passiert ist, wisst ihr nun, schaut euch doch einfach mal die Fotos an.

 

Herzlichst Eure

Fiona