Wer ist Jeremy? Welchen Weg hat er schon hinter sich? Lest hier die Geschichte eines "Wanderhundes" und unverantwortlichen Hundehaltern.

 

 

 

 

 

 

 

Also Leute, ganz ehrlich, ihr glaubt es nicht. Ich habe euch ja schon erzählt, das wir letztes Jahr umgezogen sind. Ich habe jetzt so einen tollen Garten, überall gibt es was zu entdecken! Ich helfe auch schon fleissig bei der Vorbereitung der Pflanzlöcher ;-) Und dann, ich darf garnicht mehr daran zurück denken, am Samstag, den 08.02.2014 ist es passiert!

 

Hier ist ein weiterer Schnuffi eingezogen. Ich ahne nichts Böses, Mom fährt weg und kommt mit diesem Minirotti wieder zurück. Warum? Was soll ich damit? Aber vielleicht ist es besser, wenn Mom euch die Geschichte selbst erzählt (Ja, das tut sie auch, Anm. d. Red.)

 

Die Geschichte von Jeremy, formerly known as Anton/Tony

 

Das erste Mal hörte ich von Jeremy an diesem besagten Samstag. Eine Bekannte meiner Freundin hatte sich einen Hund zugelegt, ihn wieder zurück gebracht, ihn sich wieder geholt und dann doch entschieden, das sie den Hund nicht behalten will. Angeblich konnte sie Jeremy formerly known as Anton nicht zu den Vorbesitzern zurück bringen, sie wollten ihn nicht mehr. Also, wohin damit? Tierheim? Einfach weitergeben? Oder doch einfach irgendwo anbinden? Ich bin also zu der "Dame" gefahren und habe Jeremy abgeholt, um weiteren Schaden von ihm abzuwenden. Jeremy sollte angeblich 6 Monate alt sein und hatte einen Impfausweis mit einer Impfung am 26.08.2013. Wie ich es immer zu tun pflege habe ich erstmal die Grundchecks gemacht und aber hoppla, die Zähne sind alle schon voll da? Ein bisschen Zahnstein? 6 Monate? Das passt nicht. Zu Hause angekommen, fiel auf, das Jeremy weder auf seinen Namen hörte noch sonst irgendwelche Reaktionen auf Geräusche zeigte. Montags waren wir dann direkt bei unserem Tierarzt. Jeremy hat eine schwere Ohrenentzündung auf beiden Seiten. Er hört fast garnichts. Da davon auszugehen ist, das Jeremy in seiner Jugend die notwendigen Impfungen nicht erhalten hat, haben wir die notwendigen Impfungen machen lassen und ihm auch gleich noch einen Chip verpasst. Jeremy ist zu diesem Zeitpunkt körperlich und seelisch in keiner guten Verfassung. 

Die ersten Tage waren für Jeremy sehr schwer. Nach fast 2 Wochen wurde das Hörvermögen auf einer Seite langsam wieder besser. Zwischenzeitlich hatten wir auch recherchiert, welche Odysee der kleine Kerl mit seinen 7 Monaten schon hinter sich hatte. Wahrscheinlich am 04.07.2013 in Lünne  geboren, wurde er zu einem Wanderpokal. Ohne Schutzvertrag, ohne alles! Nachdem er auch noch permanent umgetauft wurde, wusste er nun so garnicht mehr was in seiner Welt eigentlich schief gelaufen ist. Schief gelaufen ist, das er als Sohn einer Jagtterrier-Parsons Terrier Mutter und eines Jagdterriervaters unverantwortlicherweise an Menschen abgegeben wurde die wahrscheinlich mit dem quirligen Wirbelwind mit dem Terrier Dickschädel heillos überfordert waren. 

Zu Hause ist Jeremy mittlerweile ein Traum von einem Hund (naja, wenn man die gelegentlichen Ausflüge ins Schuhzerbeissparadies nicht mit einrechnet) aber draußen müssen wir noch extrem an der Leinenführigkeit arbeiten. Drinnen lernt Jeremy extrem schnell, allerdings draußen gibt es sehr sehr viele Dinge die noch viel wichtiger sind als lernen.

 

So, und jetzt möchte Fiona mal weitererzählen.

 

Hallo ihr Lieben, ich bin es nochmal, ich habe schon gedacht, meine Mom würde garnicht mehr aufhören zu schreiben, und ich wollte euch doch so gerne meine Erfahrungen mit Jeremy erzählen.

 

Am Anfang war es natürlich nicht so toll. Geschleimt hat der Mini, das kann ich euch garnicht sagen. Aber dann hat er immer versucht, sich zwischen mich und meine Menschen zu drängen, zum Glück haben die das aber nicht zugelassen. Ist doch wahr, jeder muss sich seinen Platz doch erst erkämpfen, dazwischendängeln, nein, nicht mit mir! Und dann diese Dreistigkeit, stellt euch vor, der wollte doch glatt an mein Spielzeug. Es war zwar alles gut weggepackt, aber ein Stück, unter der Couch, das hatten sie übersehen. Und dann kommt dieser Ministaubsauber auf 4 Pfoten an und will mir das klauen. Also Freunde, da hört der Spaß auf. Ich sage euch, ich hatte schon meine liebe Mühe mit dem Balg, aber irgendwie hat er mir dann doch leid getan, der war immer so schnell ausser Atem beim Rumtoben und dann andauernd diese Ohrentropfen die meine Menschen ihm verpasst haben. Der hat vielleicht am Anfang ein Theater gemacht. Es sieht irgendwie so aus, als hätte sich bisher keiner so richtig um ihn gekümmert. Naja, ich habe ihn dann auch nicht so lange gequält. 

 

Mittlerweile habe ich mich schon so an ihn gewöhnt, das wir schon ein echtes Dreamteam sind. Leider habe ich so am Rande mitbekommen, das er immer noch auf der Suche nach seiner perfekten Endstelle ist. Bei uns kann er wohl nicht für immer bleiben,

 

aber wenn wir halt keine Familie für Jeremy finden, naja dann ..... ;-)

 

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es mit Jeremy weitergeht, aber bis dahin findet ihr unten mal ein paar Bilder. 

Mai 2014: Hallo ihr Lieben, und hier kommt endlich ein Update über Jeremy. Es gibt wundervolle Neuigkeiten. Jeremy hat ein supertolles Zuhause gefunden. Die beiden Hundeeltern sind wirklich nett, mittleres Alter, es ist den ganzen Tag jemand zu Hause, es gibt einen grossen Garten und sogar eine vierbeinige Spielkameradin gibt es. Diejenigen die uns kennen wissen es ja auch schon längst. Jeremy ist natürlich bei uns geblieben. Obwohl ich auch gerne so einiger meiner Lieblingsschuhe behalten hätte. Aber man kann halt nicht alles haben ;-) 

Juli 2014: Good News, nachdem Jeremy nun fast ein halbes Jahr Ohrentropfen und immer wieder Antibiotika nehmen mussten, sind die Ohren wieder frei und er kann wieder hören (wenigstens akustisch) ;-)

Ansonsten macht er langsam Fortschritte, die Löcher im Rasen werden kleiner (dafür aber mehr), an den Schuhen wird immer nur ein Teil zerkaut und nicht mehr der ganze, wenn es Futter gibt springt er nur noch 50 cm statt 100 cms, also, alles wird besser ;-)

August 2014: Wir haben die Vor-Vorbesitzer von Jeremy gefunden. Ein Hobbyjäger aus Lünne, die uns wenigstens etwas über seine Vorgeschichte erzählen konnten. Angeblich wurde Jeremy von den anderen Jagdhunden gemobbt und hat deshalb alleine auf einer eingezäunten Wiese mit Zwinger gelebt. O-Ton der Dame "für 250 Euro mache ich mir doch nicht die Mühe einen erzogenen Hund zu verkaufen". Ja, nee ist klar! Das erklärt natürlich auch, warum Jeremy Probleme hat, Bindungen aufzubauen und sich am liebsten im Garten mit Steinen beschäftigt.